Ich arbeite in einem Familienbetrieb. Das merkt man meistens daran, dass die Chefs kommen und gehen wann sie wollen und niemand böse deswegen ist.
Und auch daran, dass häufig Gespräche übers Mittagessen und die Kinder bzw. Enkelkinder geführt werden.
Aber am meisten merkt man es, wenn es Konflikte wegen Mitarbeitern gibt.
Azubi Lisa hat wieder ihren Schulblock und in diesem Jahr zu wenig Stunden, so dass sie nach der Schule zur Arbeit kommen muss um diese nachzuarbeiten.
Die Gewerkschaft schreibt vor dass ihr die knappe Stunde Fahrtzeit als Arbeitszeit angerechnet und somit bezahlt werden soll.
Die Chefin sieht das nicht ein.
Mit dem Ergebnis, dass alle 3 Chefs im Laden standen und die liebe Lisa angebrüllt haben – so sehr dass diese unter Tränen abgezogen ist, sie nach der Schule nicht mehr kommen muss und damit fleißig Minusstunden sammelt.
Ich war bei dem betreffendem Gespräch nicht dabei, aber so wurde es mir erzählt. Und so wie ich den Laden kenne, zweifele ich auch nicht daran dass es so abgelaufen ist.
Heute morgen gab es dann auch wieder so einen tollen Vorfall mit meiner Ausbilderin und Praktikantin Bea. Völlig unberechtigt und überzogen.
In mir keimt langsam die Ahnung auf, dass Bea ihr Praktikum vor Ende hinschmeißt. Wenn es so weiter geht, würde es mich jedenfalls nicht wundern.
An dieser Stelle kann ich allerdings noch anmerken, dass es mir gut geht. Ich wurde schon lange nicht mehr unberechtigt angekackt – was die Frage nach dem warum aufwirft.
Ich rede mir einfach mal ein, dass sie sich das nicht (mehr) traut.
Mal abwarten.