Mittwoch, 3. Dezember 2008

Gesprächig

Wenn ich im Laden bin, muss ich zwangsläufig Gespräche führen. Mit meinen Kollegen und vorallem mit den Kunden. Ich sage guten Tag, wenn jemand den Laden betritt, frage ob ich schon helfen kann, ob sie sich noch umsehen möchten und berate wo ich kann. Diese Gespräche müssen von mir ausgehen, denn Freundlichkeit ist das A und O in einem kleinen Einzelhandel.
Komischerweise macht mir das nur wenig Schwierigkeiten - ab und an muss ich mich etwas überwinden und der Umgang mit schwierigen Kunden ist auch nicht immer einfach, aber es klappt.

Das lustige dabei ist, dass sich das auch auf mein Privatleben auswirkt. Beim Bäcker plaudere ich mit der Verkäuferin, beim Arzt mit der Sprechstundenhelferin und ich habe das Gefühl die Leute begegnen mir freundlicher.

Ich glaube das ist wieder ein Schritt in die richtige Richtung und das gibt mir neue Motivation für die nächsten Wochen und Monate.

Dienstag, 2. Dezember 2008

going on

Nun haben wir schon Dezember. Das bedeutet, ich bin nun schon ganze 8 Wochen im Betrieb. Wird Zeit für einen kleinen Zwischenbericht:
Ich hatte anfangs ja große Angst, dass ich das nicht durchhalte und schon nach wenigen Tagen oder Wochen nahe einem Nervenzusammenbruch bin, der Arbeit fernbleibe, mich wieder in meinen 4 Wänden verkrieche und alle Brücken abbreche.
Aber erstens kommt es anders und zweitens...
Ich habe keinen einzigen Tag auf der Arbeit gefehlt (jedenfalls nicht unerlaubt), bin nie erwähnenswert zu spät gekommen, hatte nie große Angst vor gestellten Aufgaben (Kundenkontakt, Telefonieren...) und habe mein Schlafproblem einigermaßen in den Griff bekommen. Da kann ich also schonmal einen großen Harken dran setzen.
Alles in allem gefällt mir die Arbeit auch. Ich habe zwar gemerkt, dass es nicht
mein Beruf ist, ich mich oft langweile und unterfordert fühle, aber das Praktikum ist auch nur ein Weg zum Ziel - eine Etappe die sich einigermaßen einfach schaffen lässt. Ich könnte sogar Spaß dran haben, wenn ich mich (endlich) richtig darauf einlassen könnte.
Das bringt mich dann zum nächsten Punkt: meine Kollegen.
Ich weiß nicht ob es daran liegt dass wir alle momentan sehr überarbeitet sind... jedenfalls knallt es immer wieder zwischen den Chefs und mir. Oder besser gesagt: ich werde immer öfters für Dinge angemacht, für die ich nichts kann. Einfach so, weil die lieben Vorgesetzten Spaß daran haben. Ich merke immer mehr, wie mich das aus der Bahn wirft. Anfangs konnte ich solche Angriffe noch ignorieren, aber langsam gehen sie mir immer mehr gegen den Strich und beschäftigen mich auch noch weit nach Feierabend. Das ist gar nicht gut und nun überlege ich, was ich dagegen tun könnte.
Glücklich ist ein Mensch, der mit sich selbst zufrieden ist. Das bin ich eigentlich. Ich habe mir im Moment nichts vorzuwerfen - wieso nehme ich mir die Meinung anderer dann so zu Herzen? An sich weiß ich ja, dass meine Chefs unfair sind und oft unberechtigt rumblöken.

Hach...
manchmal sind die einfachsten Dinge überhaupt nicht einfach.

Schnelle Liste für heute

[ ]mich nicht vom chef ärgern lassen
[ ]bäume
[ ]arzt, rezept holen
[ ]aufräumen

so... hoffentlich klappts.

Montag, 1. Dezember 2008

Arschiger Chef

Ja, kann man nicht anders sagen.
Anfangs kam ich ja ganz gut mit ihm klar, aber mittlerweile könnte ich einfach nur noch heulen, kotzen und schreien. So ein unglaublich dämlicher, ich-bezogener und sich überschätzender Mensch.
Wenn er im Laden ist, herrscht ein Ton wie aufm Kasernenhof, was wohl daran liegt, dass der nette Herr 8 Jahre beim Bund war. Nun tüddelt er Blumen zusammen - tolle Karriere, was?
In letzter Zeit treffen seine Attacken immer mich und ich weiß mich einfach nicht zu wehren. Sage ich etwas, kommt ein entsetzter Blick seinerseits und eine unverschämte Antwort. Er hört mir meistens nicht einmal zu und ernst nimmt er mich schon gar nicht.
Ein kleines Beispiel wie das bei uns so aussieht:
Wir haben einen Wasserkocher und wenn sich jemand Tee oder Cappuccino macht, macht er auch gleich welche für die anderen mit. Ist ja nur nett.
Ich habe ihm mal einen Zitronentee gemacht. Den er daraufhin weggeschüttet hat, weil er dieses "Chemiegesöff" nicht trinken will.
Nungut. Beim nächsten mal habe ich ihm einen Cappuccino gemacht und an seinen Arbeitsplatz gebracht.
Später kam er zu mir und erzählte, ihm seie ganz schlecht. Der Cappuccino seie zu kalt gewesen, dann liegt der ganz schwer im Magen und macht krank.
Und heute hat er mich angekackt weil ich ihm nichts zu trinken gemacht habe.

Wie ichs mache, ists verkehrt. Und am meisten trifft mich eigentlich, dass diese Schikanen alle mitbekommen, mich aber sogut wie nie jemand in Schutz nimmt.

Omas Antwort

... kam nun tatsächlich.
Sie schreibt, dass sie sich über meinen Brief gefreut hat, fragt nach meiner Handynummer und ob wir mal einen Kaffee zusammen trinken wollen.
Soweit, sogut. Der Rest des Briefes besteht aus Vorwürfen und Fragen, die ich nicht beantworten kann (und will). Es hat irgendwo schon seinen Grund, dass meine Mutter mit ihr keinen Kontakt mehr haben möchte...
Hachja.
Ich lass den Brief nun erstmal ein paar Tage liegen und überlege mir, was ich nun damit anstelle. Einerseits würde ich mich schon gern mit ihr treffen, aber andererseits fühle ich mich doch ziemlich in die Ecke gedrängt durch ihre Fragen und Anschuldigungen.

Montag, 24. November 2008

Brief an Oma

Meine Eltern haben sich vor rund 2 Jahren mit meiner Oma so sehr gestritten, dass der Kontakt abbrach. Ich weiß dass meine Oma eine sehr anstrengende Person sein kann, aber genauso weiß ich dass meine Mutter einen grossteil der Schuld trägt und nicht über ihren Schatten springen kann.

Das macht mich traurig. Ich habe zu niemanden aus meiner Familie noch Kontakt, außer zu meinen Eltern und meinem Bruder. Über die Jahre haben es alle geschafft sich gegenseitig so zu zerstreiten, dass niemand mehr mit dem anderen spricht. Vom Tod meines Opas, den ich nicht einmal kenne, habe ich durch einen Brief vom Anwalt erfahren, als es um die Erbschaft ging. Vom Tod meines Großonkels habe ich auch nur zufällig gehört. Und auch ihn kannte ich nicht richtig, wenn man mal von den ein oder zwei Besuchen absieht bei denen ich um die 6 Jahre alt war.

Sollte ich einmal heiraten, wird meine Bank in der Kirche sehr leer sein.

Nun habe ich mich überwunden und am Freitag einen Brief an meine Oma geschrieben. Ich möchte keine Konflikte austragen, die ich nicht verursacht habe. Das habe ich auch so gesagt. Und nun hoffe ich auf eine Antwort. Ob ich sie bekomme, weiß ich nicht. Und wie sie ausfällt, noch weniger. Ein mulmiges Gefühl bleibt und begleitet mich seit Tagen.

Freitag, 21. November 2008

Mein Geburtstag

Mein Geburtstag war gestern.
Und… hm.
Ich hatte einen Kuchen für meine Kollegen mit zur Arbeit gebracht. Als mein Chef mir gratulieren und die Hand geben wollte, ist er mit dem Arm gegen die Kuchenglocke gekommen, die ging auf und der Kuchen ist mir koppüber auf den Schuh geklatscht.

Nachause bin ich dann mit einem platten Reifen gefahren. Da steckt ein Nagel drinne und ich habe mir damit die Felge versaut.

Heute schneits wie blöde, ich habe bis 22 Uhr gearbeitet und durfte mit der Bahn nachhause fahren.

Muss ich noch mehr sagen?

Gute Nacht liebe Leute. Ich vergrab mich irgendwo und schlafe die nächsten 3 Tage durch.
Ach ne. Halt. Ich darf morgen ja wieder um 7.40 Uhr auf der Arbeit stehen. Und am Sonntag auch. Genauso wie Montag. Und die ganze nächste Woche.

Ich arbeite diese Woche übrigens runde 70 Stunden, obwohl ich vertraglich nur 38,5 habe und als Praktikantin gar keine Überstunden machen darf.

Schlimmer kanns kaum noch kommen… *seufz*