Posts mit dem Label die Anderen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label die Anderen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Verlorene Freundin

Zu Grundschulzeiten hatte ich eine Freundin. Die Beste. Über viele Jahre. Irgendwann verloren wir uns dann aus den Augen - bzw: wir haben uns unterschiedlich entwickelt und haben irgendwann nicht mehr zueinander gepasst. Es kam ein Schulwechsel und wir sahen uns nicht mehr.
Vor einer Weile bekam ich dann eine Nachricht von ihr bei Stayfriends. Leider kann ich diese nur lesen, wenn ich Geld für einen Premium Account zahle. Das möchte ich nicht - und so kam ich auf die Idee ihren Namen bei Google einzugeben und zu hoffen, dass sie irgendwo im Internet vertreten ist.
Und - tadaaa.
Ich habe ihre Emailadresse herausbekommen und ihr geschrieben.
Sie hat mir auch sofort geantwortet und sich sehr über meine Email gefreut :)

Schon komisch. Sie hat tatsächlich den Beruf ergriffen, den sie schon damals wollte. Sie studiert Tiermedizin, weit von unserer Heimatstadt entfernt. Sie klingt glücklich und zufrieden und ich freue mich sehr für sie.

Ich hoffe dass der Kontakt jetzt nicht wieder einschläft und wir uns vielleicht einmal wieder sehen werden.

Sonntag, 2. November 2008

Dunkles Gemüt

Heute ist kein guter Tag.

Ich bin müde und mir ist flau im Magen. Das liegt zum einen natürlich an der zu kurzen Nacht und meinem Alkoholkonsum in eben jener.

Aber irgendwie…

Gestern Abend war eine Freundin bei mir, die mir freudestrahlend erzählte, dass unsere alte Klassenlehrerin ein Baby bekommen hätte. Aber das weißt du schon, oder? Ne. Wusste ich nicht. Die olle Zippe hat mich einfach aus dem E-Mail-Verteiler genommen, so dass mir die freudige Nachricht vorenthalten wurde.

Ich hatte mich mit der Dame kurz vor meinem Schulabbruch ziemlich in der Wolle und auch vorher mochte ich sie nie. Deswegen könnte mir die Sache ja eigentlich egal sein – aber unterbewusst trifft es mich wohl doch.

Mich haut es immer wieder um, wenn mich Ereignisse aus der Vergangenheit einholen. Mir ging es damals sehr schlecht – und dieses Gefühl ist gerade wieder sehr präsent. Fachsprachlich nennt man sowas Trigger (Auslöser) und Flashback (wiedererleben eines Eregnisses, realer als bei einer Erunnerung). Das ist keine schöne Sache und schade, dass ich nicht einfach drüber stehen kann.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Wechselgeld und Lob

Heute Nachmittag war ich desöfteren alleine im Laden und habe meinen ersten Kunden komplett alleine bedient. Hat soweit gut geklappt – nur habe ich ihm zu wenig Wechselgeld gegeben. Ich war doch etwas nervös – aber er hat gelacht und nachdem ich erklärt habe, dass ich noch nicht so lange dort arbeite, sagte er er wäre doch zufrieden und es klappe doch schon alles ganz gut ;-) Glück gehabt.

Aber worüber ich mich noch mehr gefreut habe, war das Lob meines Seniorchefs. Er bat mich zu ihm und sagte im Namen der ganzen Belegschaft dass sie alle sehr zufrieden mit mir wären, ich ein angenehmes Wesen habe und ich gut in den Laden passe. Sehr schön!

Ich habe sowieso das Gefühl, dass ich mich mittlerweile ganz gut eingelebt habe. Die letzten Tage war ich mit meinen Chef alleine unterwegs und ich kam ganz gut mit ihm klar. Mir fielen die Gespräche im Auto etwas schwer, aber ich habe mich bemüht und wir haben doch einiges zu Stande gebracht.

Beas Geburtstag

Heute hat unsere Praktikantin Bea Geburtstag gefeiert. Ich hatte ihr ein Fläschchen guten Glühwein, lecker Schoki und ein Kärtchen besorgt und sie hat sich sehr gefreut. Sogar mit einem Tränchen im Auge. Wir haben ihr einen Geburtstagstisch gebaut, auf dem wir ihre Präsente und eine Kerze hübsch drapiert haben und zusammen Kuchen gegessen. Alles in Allem ein sehr angenehmer Vormittag mit viel Lachen und angenehmer Atmosphäre. So könnte es jeden Tag sein :-)

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Bea

Unsere neue Praktikantin, ich nenne sie hier mal Bea, stand heute morgen in Tränen aufgelöst im Laden als ich kam.

Ich glaube, ich muss nun erstmal etwas ausholen: Bea ist (genauso wie ich :D) irre. Ich weiß nicht genau was sie hat, aber ich tippe auf Depressionen und ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung, Sozialphobie oder so etwas in der Richtung. Jedenfalls ist es bei ihr so schlimm, dass sie nicht mehr „richtig“ arbeiten kann und psychologisch betreut wird. Zeitweise auch in einer Klinik. Nun macht sie in einem Integrationsprogramm mit (therapiebegleitend) und darf bei uns im Laden arbeiten.

An dieser Stelle möchte ich mich am Rande mal lobend über meine Chefin äußern: nicht jeder Betrieb würde so jemanden aufnehmen und ihm die Chance auf einen Wiedereinstieg geben.

Aber weiter im Text:

Bea ist eine wirklich ganz liebe Frau und ich verstehe mich super mit ihr, auch wenn sie geschätzte 20 Jahre älter als ich ist. Deswegen war ich heute morgen auch tief schockiert, als sie da so weinend stand. Ein Häufchen Elend ist nichts dagegen.

Sie erzählte dann, dass sie seit ihrer letzten Therapiestunde total im Eimer ist. Ihr Freund ist vor ein paar Monaten gestorben (ich weiß nicht woran) und das kam in diesem Gespräch alles wieder hoch.

Die arme tut mir so furchtbar Leid. Ich glaube ich kann ihre Situation ein Stück weit nachvollziehen; die Depressionen und die Angst sind mir ja auch nicht fremd. Und wenn dann auch noch ein geliebter Mensch stirbt… ich möchte gar nicht drüber nachdenken, was ich dann tun würde.

Ich bewundere sie sehr dafür, dass sie trotz allem nicht aufgibt und versucht ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Sie ist trotz des Todesfalles die neue Arbeitsstelle angetreten und bemüht sich sehr nicht unterzugehen.

Ich habe ihr letzte Woche entlocken können, dass sie bald Geburtstag hat. Und dass sie Glühwein liebt (auch so wie ich :D). Deswegen werde ich ihr zu dem Anlass ein Fläschchen besorgen und vielleicht noch eine Kleinigkeit samt Karte dazu.

Ich hoffe sehr, dass sie sich darüber ein wenig freuen kann.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Meine Ausbilderin

Den heutigen Abend nutze ich, mich über meine Ausbilderin zu ärgern.

Sie ganze Sache fing am Montag an. Wir haben ja eine neue Praktikantin, die noch unsicherer ist als ich und auch erst seit ein paar Tagen da.

Montag war dann relativ viel los und meine Chefin hat mal wieder unnötigen Stress gemacht. Sie wies uns an ein Gesteck vorzubereiten, was wir beide bisher noch nicht gemacht hatten.

Soweit sogut. Die Gestecken sahen nicht perfekt aus, aber ich fand sie schon in Ordnung. Meine Chefin sah das wohl anders und hat uns beide aufs übelste angemacht.

Ich hatte das soweit ignoriert und auf den Stress geschoben. Nicht jeder kann immer nett sein, das weiß ich ja auch.

Heute morgen bekam ich dann mit, wie sie über mich und die andere Praktikantin gelästert hat. Es hätte am Montag ja nichts geklappt und sowieso.

Huch? Ich glaub die spinnt. Ich reiße mir den ganzen Tag ein Bein aus für den scheiß Laden, bin nur am rennen und machen. Sie ist nur halbtags da und ist im allgemeinen der Meinung, dass Telefonate mit Freundinnen und Suppe kochen Zuhause wichtiger sind als die Arbeit. Und im nächsten Moment bricht sie dann in Hektik aus und schnauzt mich an, ich solle sie nun bloß nicht ansprechen, weil sie ja so viel zu tun hätte.

Alle anderen im Betrieb sind übrigens noch immer zufrieden mit mir, lassen mich viel mehr machen als sie und zeigen mir auch mehr.

Mehr muss ich nicht sagen, oder?

Ihr Ausraster am Montag hatte übrigens zur Folge, dass die andere Praktikantin B. nun seit 1,5 Tagen krank macht und nicht auf der Arbeit war. Interessiert sie das? Nö. Anstatt sich für ihren Anfall zu entschuldigen oder die ganze Sache wenigstens zu ignorieren, ritt sie den ganzen Tag drauf rum und versuchte die Tatsachen zu verdrehen. Es sind nämlich immer alle anderen Schuld.

Das scheint bei ihr allerdings nichts Neues zu sein – hinter vorgehaltener Hand wurde mir das schon am ersten Tag erzählt.

Das einzig positive an der Sache ist, dass mir meine Reaktion gefällt. Dank meiner tollen Sozialphobie, nehme ich solche Geschichten gerne persönlich und bin Tage oder Wochenland traurig und depressiv. Würde denken ich mache alles falsch und meine Chefin würde mich nicht mögen.

Momentan ärgere ich mich zwar ziemlich, vielleicht auch mehr als angebracht wäre, aber ich suche den Fehler nicht bei mir und der Gedanke daran dass ich morgen wieder in den Laden muss, lässt mich noch nicht würgen.

Samstag, 18. Oktober 2008

Rückschläge...

Seitdem ich arbeite, habe ich das Gefühl dass ich psychisch recht stabil bin. Ich bin nicht mehr so depressiv, ich habe weniger Ängste, schiebe weniger vor mir her und bin erstaunt wie belastbar ich bin.

Nun merke ich allerdings seit ein paar Tagen, dass ich rückfällig werde. Mich werfen kleine Unfreundlichkeiten von Kollegen, Chefs, Freunden, Eltern oder Fremden aus der Bahn. Ich bin in mich gekehrter, nehme ein wenig wieder diese egal-Haltung an.

Ich merke z.B. dass meine Chefin desöfteren unzufrieden mit unseren Gesprächen ist. Ich antworte teilweise etwas zu kurz angebunden und erzähle ungefragt sogut wie nie etwas über mich. Das macht mir zu schaffen, da sie in der Hinsicht offenbar mehr von mir erwartet. Aber auch wenn ich mich relativ angstfrei durch die Tage hangele, ist es für mich doch jedes mal wieder eine große Überwindung kommunikativ zu sein. Besonders an Tagen an denen ich müde und kaputt und überfordert bin. Die neue Stelle verlangt mir doch mehr an körperlicher Belastung ab, als ich es bisher gewohnt war. Ich bin stolz auf mich, dass ich trotzdem jeden Morgen aufstehe und einigermaßen gut gelaunt zur Arbeit fahre. Dass ich mich immer wieder aufs neue Überwinde, Gespräche mit meinen Kollegen zu führen, Kunden zu beraten und mich nach 10 Stunden Arbeit immer noch um meine Beziehung, meine Freunde und Eltern zu kümmern. Und nebenbei noch die Kraft finde mir selber etwas Gutes zu tun und Dinge zu machen an denen ich Spaß habe.

An und für sich denke ich, dass ich meine Ziele erreicht habe. Wenn ich meine jetzige Situation mit der vor einem Jahr vergleiche, habe ich einen Quantensprung aus therapeutischer Sicht getan.

Und trotzdem scheint das noch nicht genug gewesen zu sein.

Ich habe mich heute ja gezwungen zu der Geburtstagsfeier meines Liebsten zu gehen, an der seine Freunde anwesend waren. Die ersten 1,5 Stunden gingen ganz gut, danach zog ich mich immer mehr aus der Affaire. Ich war körperlich anwesend, aber gedanklich ganz woanders. Ein stiller Beobachter ist wohl der passende Ausdruck dafür.

Das macht mich traurig. Ich hatte mir fest vorgenommen, mich ein wenig zu integrieren, vielleicht ein Gespräch zu führen oder ab und zu etwas in die Runde zu werfen.

Ich habs aber einfach nicht geschafft. Die Leute sind zwar alle nett, aber so überhaupt nicht meine Wellenlänge. Ich bin so müde von der anstrengenden Woche und bin fast eingeschlafen.

Ich wollte gegen 23 Uhr zuhause sein, also hätte ich um 22.30 losfahren müssen. Ich habe mich aber einfach nicht getraut etwas zu sagen. Nun ist es fast 1 Uhr nachts und ich bin gerade erst gekommen. 2 Stunden habe ich auf den passenden Moment zum Aufbruch gewartet. Der sah so aus, dass der grossteil der Leute den Raum verlassen hatten – zum draußen rauchen und das Klo aufsuchen. In diesem unbeobachteten Moment habe ich mir also mein Zeug geschnappt, mich von meinem Freund verabschiedet, dem Rest einen schönen Abend gewünscht und bin dann heulend mit 160 über die Autobahn Richtung Zuhause gejagt.

Ich ärgere mich so. Über mich. Über die Anderen. Über alles.

Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen an mich gestellt. Jahrelang antrainierte Verhaltensmuster, psychische Labilität und eine Angststörung lösen sich halt nicht innerhalb von 2 Wochen in Luft auf.

Ich werde nun noch ein paar Zigaretten zu viel rauchen und mich dann ins Bett legen.

Ich hoffe dass die Welt morgen wieder anders aussieht und ich mal wieder ein paar bestärkende Momente erlebe und nicht immer nur Rückschläge…

An dieser Stelle würde ich mich dann noch gerne bei meinem Liebsten entschuldigen, auch wenn er das hier nie lesen wird.

Ich habe mich wirklich bemüht deinen Freunden zu gefallen. Ich habe mich wirklich bemüht Spaß zu haben. Ich habe mich wirklich bemüht dir deine Geburtstagsfeier schön zu machen.

Aber das war alles einfach zu viel für mich und ich hoffe, ich habe dir nicht den Abend versaut. Tut mir Leid.

Freitag, 17. Oktober 2008

Unverhofft frei

Meine Chefin hat mir heute den Nachmittag und den ganzen Samstag freigegeben. Das kommt mir sehr gelegen, weil ich wirklich aus dem letzten Loch pfeife. Und weil ich heute und morgen Abend etwas vor habe. Von daher – sehr schön.

Ich habe nur ein wenig schlechtes Gewissen, weil meine Kollegin genauso viel vor hat wie ich und heute auch ziemlich fertig aussah. Sie hätte sich einen freien Tag verdient – aber da im Laden noch viel anliegt und sie dank langjähriger Erfahrung eine größere Hilfe ist als ich, muss sie morgen dann doch antanzen.

Nunja. Kann ich nun auch nichts für.

Heute habe ich wieder viel geschafft. Die Weihnachtssachen sind alle mit Preis versehen und verstaut. Teilweise ist der Laden auch schon dekoriert. Es ist übrigens erstaunlich, welche Differenz zwischen Einnkaufspreis und Verkaufspreis liegt. Aber irgendwo muss der Laden ja auch Gewinn machen.

Ich lege nun also erstmal ein paar Stunden die Füße hoch und esse zwischendrin mal was. Dann ein wenig aufräumen für den Besuch der Freundin morgen Abend und dann aufhübschen für die Geburtstagsfeier meines Liebsten heute Abend.

Ich bin übrigens ein verlogener, unehrlicher und gemeiner Mensch.

Planmäßig müsste ich ja morgen arbeiten, weswegen ich heute Abend auf dem Geburtstag nur kurz vorbeischauen wollte. Ich komme mit seinen Freunden noch immer nicht richtig gut aus und fühle mich äußerst unwohl bei solchen Anlässen. Deswegen war ich eigentlich froh, dass ich die Arbeitsausrede hatte, um früh wieder nachause zu können. Nun sieht die Welt aber anders aus und ich ringe mit meinem Gewissen, ob ich ihm die Wahrheit sagen soll und einen vermutlich quälend langen Abend verbringen muss, oder ob ich ihm das verschweige und wie geplant früh von der Feier abhaue.

Doof! :/

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Erkenntnis, Bekenntnis und so

Vorhin packte ich einer Kundin ihren Blumenstrauß schön in Folie ein, mit ein bisschen Tüddelband und einem Schleifchen.

„Oh wie schön! Nun möchte ich ihnen aber auch etwas Gutes tun!“

Sprachs, kramte in ihrer Tasche und gab mir eine Infozeitung der Zeugen Jehovas.

Später topfte ich draußen die Alpenveilchen um. „Entschuldigen sie, junge Frau. Glauben sie? Haben sie einen Halt?“

Hä? *fragezeichen*

„Ich gebe ihnen mal diese feine Broschüre mit!“

Fein finde ich sie nicht. Ein furchtbares Sammelsorium von Versen über Sünden, Vergeltung und dem jüngsten Gericht.

Jedem das seine – aber mir meins bitte auch. Die Zettelchen sind postwendend im Müll gelandet. Unzwar ganz unten.

Montag, 6. Oktober 2008

Du siehst aber so aus!

Heute war die Enkelin meiner Chefin im Laden und – wie sollte es auch anders sein – fand sie mich ganz spannend und ich durfte sie bespaßen.

„Duu? Wie heißen sie denn?“

[Ich sage meinen Namen]

„Achso! Soll ich sie sagen oder du?“

- Du darfst ruhig Du zu mir sagen. So alt bin ich ja noch nicht.

„Echt?? Sie sehen aber so aus!“

Später verglich meine Chefin mich dann mit Bettina Zimmermann. „Wie aus dem Gesicht geschnitten!!“

Achja? Die Dame ist 12 Jahre älter als ich. Naja. Wenigstens ist sie nicht hässlich.


Meine Hände sehen mittlerweile allerdings wirklich so aus, als wären sie mindestens 10 Jahre älter als ich. Diverse Schnitt- und Stichwunden, trocken und rau. Nichts mehr über von den gepflegten Bürohänden mit den manikürten Fingernägeln. Bei Gelegenheit muss ich mir noch eine Handcreme kaufen - die mit der norwegischen Formel!


Sonntag, 28. September 2008

Gute Zeiten, Schlechte Zeiten, oder: du siehst krank aus

Gestern Abend traf ich mich mit einer Freundin. Ich holte sie von der Straßenbahn ab und war dabei ungeschminkt – kommt nicht oft vor, aber ab und zu…

Sie sah mich, zog die Augenbraue hoch, kniff die Augen zusammen:

Wasn mit dir los? Bist du krank??

- Wieso?

Du siehst so… anders aus?

Na toll, ungeschminkt sehe ich also krank aus? Narf.

Der Abend war im allgemeinen eher unbefriedigend. Wir waren noch kurz shoppen und ich habe weder das Geburtstagsgeschenk für meinen Freund bekommen, noch etwas zum anziehen für mich.

Ich war viel zu früh, viel zu betrunken und habe vergessen meine Tabletten zu nehmen. Kleingeld hatte ich auch nicht dabei. Und obwohl ich nur ganz wenig geraucht habe (ist ja nun überall verboten), war mir den ganzen Abend schwindelig und mir tat die Lunge weh.

Ich glaube das sind alles psychosomatische Symptome. Genauso wie die Müdigkeit und das allgemeine Unwohlsein. Der Stress der letzten Wochen und die Angst vor der kommenden. Leider weiß ich nicht so recht, was ich dagegen machen kann.

Hier siehts aus wie Schwein. Die Schuhe meiner Bekannten haben schwarze Schlieren auf meinem Laminat hinterlassen und sie hat alles mit Chips vollgekrümelt. Halbvolle Gläser stehen hier auch noch rum. Narf, narf.

Eben rief sie an, sie hätte ihre Ohrringe bei mir vergessen. Ob ich die nachher vorbeibringen könnte? Klar kann ich, hab aber keine Lust.

Den restlichen Tag verbringe ich bei meinem Freund und hoffe, dass die Welt da anders aussieht.

Dienstag, 23. September 2008

Es war einmal...

.. ein kleines Mädchen. Naja. Eigentlich war sie gar nicht mehr so klein. Und vielleicht auch kein Mädchen mehr. Und trotzdem fehlte ihr der Mut, gegen einen Drachen zu kämpfen. Der Sage nach war der Drache groß und furchterregend und lebte in einem fernen Lande, das sich Schulgebäude nannte. Das Mädchen hatte schon viele angsteinflößende Geschichten über den Drachen namens Sekretärin und das fremde Land Schulgebäude gehört. Und deswegen traute sie sich nicht auszuziehen und den Drachen zu erlegen, obwohl es von ihr gefordert war.

Stunde um Stunde überlegte sie, wie sie diese Prüfung wohl bestehen könnte. Doch kam sie immer wieder an einen Punkt, an dem sie nicht weiter wusste.

Bis… ja, bis! Ein tapferer Ritter seine Hilfe anbot und das Mädchen zum Drachen begleitete.

Sie waren auf alles gefasst, fürs schlimmste gewappnet. Komme was wolle!

Doch als sie dort waren, sahen sie dass der Drache ganz klein war und niemandem etwas zu Leide tun wollte.

Naaa, wer kann das Rätsel lösen? Richtig. Ich habe endlich meine Unterlagen beim Amt eingereicht. War alles gar kein Problem, zudem mich noch ein Leidensgenosse spontan begleitet hat und wir einen angenehmen Nachmittag verbracht haben.

Für heute kann ich also gleich 2 große Kreuze machen.

Nun bin ich zwar zufrieden, aber auch total alle und erledigt.

Montag, 22. September 2008

Stempel

Nachdem ich ja nun eine Woche auf den Termin warten musste, war es heute morgen so weit. Ich habe mein Zeugnis beglaubigt bekommen. An sich war das alles ganz unkompliziert – ich kam schnell dran, die Frau war ganz nett und ich habe bekommen was ich wollte. Hat 2,21 Euro gekostet. Hätte ich passend zahlen können – wenn der blöde Automat 1-Cent Stücke genommen hätte. Aber na ja. Man kann nicht alles haben.

Was mir die ganze Sache dann aber doch irgendwie madig gemacht hat, war das ältere Ehepaar das ein paar Stühle weiter saß.

Alte Frau: Wir warten hier nun schon ganze 30 Minuten

[Niemand fühlte sich angesprochen, inklusive mir]

Alte Frau an einen jungen Mann gewand: Sie warten hier ja auch schon so lange!

Junger Mann: Ich bin jung, ich kann noch warten ;-)

[Verschämtes Grinsen meinerseits, böser Blick der Dame]

[Nach und nach werden immer mehr Leute aufgerufen, darunter aber nicht die Olle mit ihrem Mann]

Alte Frau pikiert: Das ist hier ja wirklich…!

[Sachbearbeiterin kommt und ruft mich auf]

Alte Frau: Also echt…! Wieso kommt DIE DA (!!) Nun auch noch vor uns dran??

Blöderweise hatte sie augenscheinlich mich gemeint und mich dabei auch noch böse-strafend angeschaut. Ich hätt sie schlagen können. Was will die nun von mir? Da mir nichts passendes einfiel, habe ich sie ignoriert und bin der Sachbearbeiterin gefolgt.

Alte Frau: Hallloooo?!

Ich entschied mich noch mal die olle Zippe zu ignorieren – ist ja nicht mein Bier.

Meiner Sachbearbeiterin platzte dann aber doch der Kragen und drehte wieder um.

Frau…, es ist wirklich löblich wenn sie nicht zu spät zu ihrem Termin kommen, aber sie sind erst um 10 dran – das ist in 20 Minuten! Bitte machen sie hier nicht so viel Wind und belästigen die anderen Kunden nicht.

Rumms, das hat gesessen :D

Samstag, 20. September 2008

Es kann immer noch schlimmer kommen

Gestern war ja ein ziemlicher Misttag.

Ich war so unendlich froh als ich das Haus verlassen habe und in Richtung Straßenbahn gelaufen bin, um zu meinem Freund zu fahren.

Ich habe schwer mit meiner schlechten Laune gekämpft, habe mir aber fest vorgenommen das nun erstmal alles zu vergessen und mich zu erholen.

Die Bahn kam auch sofort, es war recht leer, ich konnte mich hinsetzen.

Nur war da hinter mir eine Stimme die mir sehr bekannt vorkam. Nicht im positiven Sinne.

Ich drehte mich um (hätte ich das bloß gelassen…) und ja. Die roten Haare haben zur kratzigen Stimme gepasst. Die liebe Barbie. Eigentlich heißt die Frau Barbara und ist mitte 40, aber sie besteht drauf dass man sie Barbie nennt.

Blöderweise hat sie mich auch angesehen, genau ins Gesicht. Bestimmt hat sie mich erkannt.

Ich drehte mich schnell wieder um, mein Herz wummerte und meine Gedanken überschlugen sich.

Solange sie telefoniert, wird sie mich nicht ansprechen. Das ist gut. Hat sie mich erkannt? Bestimmt. Woanders hinsetzen? Zu auffällig. Weglaufen? Vermeidungsverhalten.

Zu allem Überfluss erzählte sie dann auch noch dem Menschen an ihrem Telefon an welcher Haltestelle um wieviel Uhr sie aussteigen würde.

Und? Natürlich. An meiner. Dort wo es kein entkommen mehr geben würde, weil mich mein Freund dort abholen wollte und der ein notorischer Zuspätkommer ist.

Ich entschied mich dann doch zum weglaufen. An der nächsten Haltestelle eilte ich raus, die Straße entlang in die nächste Seitengasse. Ich hab mich wie ein Bankräuber auf der Flucht gefühlt. Ätzend.

Noch blöder war dann das Telefonat mit meinem Freund, als ich ihm erklären musste wieso ich zu spät kommen werde und er mich bitte an einer anderen Haltestelle als geplant abholen sollte. Sicher ist sicher.

Wieso nun das ganze Theater?

Weil mein lieber Exfreund sich vom Partner dieser Frau vor vielen Jahren Geld geliehen hat, dass er nie zurückgezahlt hat. Ich wusste von der ganzen Sache nichts, bis sie mich irgendwann angekeift und verantwortlich gemacht hat.

Ich verstehe ja, dass das eine dumme Sache für sie ist. Aber was kann ich dafür? Ich habe zu diesem Menschen seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr, was soll ich da nun noch machen?

Und davon mal ganz abgesehen: sie kannten ihn alle sehr gut, sie wussten was er für ein Mensch ist.

Jedenfalls bin ich ein mal mehr fassungslos und traurig, dass ich mit dieser Geschichte nicht abschließen kann und immer wieder damit konfrontiert werde.

Freitag, 19. September 2008

Traurig

Meine Eltern betreiben noch immer Psychoterror. Langsam schlägt mir das wirklich auf den Magen und ich bin traurig.

Aber was soll ich machen? An reden ist nicht zu denken. Dafür kenne ich meine lieben Eltern leider zu gut. Eigentlich eine ausweglose Situation.

Aber diesmal bleibe ich standhaft und schaue was sie als nächstes tun. Nach Phase 1 (Missachtung, gar keine Beachtung und böse Blicke) sind wir nun in Phase 2: Gereizter, angrifflustiger Ton und willkürlicher Entzug der Autoschlüssel. Wahrscheinlich geht das noch darin über, dass nur noch Dinge gekocht werden die ich nicht mag.

Ich werde übers Wochenende zu meinem Freund flüchten und versuchen den Kopf wieder frei zu bekommen. Das hält ja keiner hier aus.

Mal sehen ob sich die Situation bis Montag entspannt hat.

Etwas positives habe ich allerdings doch noch zu berichten:

Meine Freundin, die nun auch eine Woche kein Wort mehr mit mir gesprochen hat, hat eben angerufen und gefragt ob ich Lust habe mit ihr einkaufen zu gehen.

Leider ist das nun etwas zu spontan gewesen, ich bin ja anderweitig verplant. Und ein Auto habe ich auch nicht zur Verfügung.

Nun bin ich traurig, weil sie mir entgegen gekommen ist und ich trotzdem ablehnen musste.

Wie soll man bei dem ganzen Mist denn bitte nicht depressiv werden? Ach man.

Problemkind vs Soziale Phobie III

Ich habe ja gerade erst im allgemeinen über Mobbing geschrieben, was mich dann wieder zum Nachdenken veranlasst hat.

Zu Beginn der 7. Klasse habe ich aufs Gymnasium gewechselt. Ich war da schon sehr in meiner Sozphobie gefangen und hatte elendig lang Ärger mit meinen Eltern.

Ich hatte auch gerade meinen Freund, den ich hier schon mal erwähnt habe, kennengelernt.

In der neuen Schule kannte ich niemanden und war ziemlich verloren. Verwirrt durch viele andere Dinge in meinem Privatleben und ängstlich dem was da kommen würde gegenüber.

Schon nach den ersten Tagen bildeten sich Grüppchen – normal. Ich hatte mich allerdings noch nicht richtig entschieden zu wem ich „gehören“ wollte.

Und dann passierte etwas, was ich mir heute noch nicht erklären kann. Obwohl wir uns alle noch gar nicht recht kannten, fingen die einen an gegen die anderen zu hetzen. Auf die übelste und gemeinste Weise. Geschreie und Gekloppe in den Pausen, Gemeinheiten und Sticheleien im Unterricht.

Ich stand da irgendwo immer zwischen – wie gesagt, ich hatte mich noch nicht entschieden wer mir am symphatischten und passendsten erschien.

Was es mir dann aber auch schwer bis unmöglich machte mich jemandem anzuschließen. Du hast doch vorhin mit xy geredet, magst du die etwa?? Und schon war ich unten durch.

Diese merkwürdige Gruppendynamik veränderte sich dann auch ganz schnell wieder ins Gegenteil – es war ein Zusammenhalt zwischen den einzelnen Parteien entstanden.

War es bis dahin noch einigermaßen erträglich für mich, fühlte ich mich dann vollkommen ausgeschlossen.

Ich habe meine Pausen zwar immer mit bestimmten Menschen verbracht, habe mich aber immer irgendwie als unliebsames Anhängsel gefühlt.

Ob das Einbildung oder Tatsache war, kann ich ehrlich nicht sagen.

Ich fing an bestimmte Schulstunden zu vermeiden, in denen ich wusste dass eine Gruppenarbeit gefragt war. Das fiel dann natürlich irgendwann auf und es begannen die Lästereien. Ich schwänzte ganze Tage, anfangs noch mit Segen der Eltern – mir ist schlecht, ich bin krank!

Nur zog das dann irgendwann natürlich auch nicht mehr und ich begann unentschuldigt zu fehlen. Ich hatte furchtbare Angst, dass mich ein Lehrer abfangen und mich darauf ansprechen könnte. Oder dass sie bei mir Zuhause anrufen könnten.

Ich bin nämlich täglich jeden morgen ganz normal aus dem Haus gegangen und habe mich dann mit furchtbaren Gewissensbissen rumgetrieben.

Das ging runde 2 Jahre, bis der ganz große Knall kam. Ich war sogut wie gar nicht mehr in der Schule und wenn ich mal da war, wurde ich auf grausamste Weise gemobbt.

Das schlimmste dadran war die Angst. Die Angst dass jemand meine Fehltritte entdecken könnte. Ich war schließlich Schuld – ich war zu blöde um mich in die Gemeinschaft zu integrieren, ich habe meine Eltern und Lehrer belogen, ich habe geschwänzt.

Ich bin nie auf die Idee gekommen, dass mein Tun nur eine natürliche Selbstschutzreaktion auf meine Umwelt war.

Ich war schwer depressiv, hatte einen gewalttätigen und kranken Freund und dachte ständig an Suizid. Mit 13 Jahren.

Nach einer sehr unschönen Szene in der Schule bin ich Zuhause heulend zusammengebrochen und habe Bruchstückhaft von diesem Martyrium erzählt.

Wie sollte es anders sein – meine Eltern gaben mir die Schuld, aber ich durfte die Schule wechseln. Nicht ohne Vorwürfe und Missachtung, aber ich war erstmal glücklich.

Mobbing, Opfer, Täter und Strafen

Gestern kam das Thema Mobbing und Strafen auf.

Mobbing geht häufig über banales Ärgern und Schubsen hinaus – besonders die Spätfolgen von extrem gemobbten Opfern sind eine ernste Sache.

Soziale Phobien, Posttraumatische Beslastungsstörungen, Borderline, Depressionen.

Die Täter haben, wenn überhaupt, im Nachhinein ein schlechtes Gewissen. Oder auch nicht. Die Opfer hingegen müssen über Jahre damit kämpfen.

Nun, als Kind habe ich mich viel zu sehr geschämt und war doch irgendwie der Meinung dass es meine Schuld ist. Reden können hätte ich da mit niemandem drüber, also wurde auch nichts unternommen.

Wobei mir damals irgendwo schon bewusst war, dass ich am Ende die wäre die sich Rechtfertigen müsste.

Ähnlich lief es bei meinem Bruder. Ich glaube das muss in der 8. Klasse gewesen sein, als er mehrfach blutend nachhause kam. Er hat das immer wieder herunter gespielt, hat sich wohl auch ein Stückweit geschämt.

Meine Mutter rief dann seinen Klassenlehrer an und schilderte das Problem. Dieser sagte dass mit dem betreffendem Jungen häufiger Probleme auftreten würde, er es Zuhause nicht leicht hätte und Rangeleien im allgemeinen nichts ungewöhnliches bei Jungen seien.

Eine zeitlang ging es dann wohl auch gut, vermutlich lief ein Gespräch zwischen Lehrer und Täter.

Aber kurz darauf wurde meinem Bruder ein Zahn ausgeschlagen und er weigerte sich unter Tränen weiter zur Schule zu gehen.

Meine Mutter rief erneut in der Schule an und bat den Schulleiter doch etwas zu unternehmen – mittlerweile war auch klar dass nicht nur mein Bruder von diesem Jungen misshandelt wurde.

Lehrer und Schulleiter drucksten herum, versprachen eine Konferenz einzuberufen und über das Problem zu beraten.

Und was passierte? Naa?

Genau. Nichts.

Es wäre nicht zu verantworten den Jungen, der es ja schwer Zuhause hat, nun von der Schule auszuschließen oder andere Disziplinarmaßnahmen zu ergreifen. Das würde ihn nur noch mehr aus der Bahn werfen.

Heute kann ich darüber nur noch den Kopf schütteln. Über die Schule, über meine Eltern. Wobei ich nicht genau sagen kann ob ich meinen Eltern eine Schuld anrechnen kann. Wieso haben sie diesen Menschen nicht angezeigt? Ich glaube sie waren selber überfordert und fassungslos und wussten nicht was zu tun, als die Schule nichts unternahm.

Und die Schule, der Lehrer? Ich würde es ganz klar als unterlassene Hilfeleistung sehen. Die Probleme waren ja offensichtlich und niemand hat meinem Bruder aktiv geholfen.

Es kann echt nicht angehen, dass man sieht wie ein Mensch gequält wird und das dann auch noch zugelassen wird. Ein Opfer im Kindesalter. Ein Lehrer mit Aufsichtspflicht.

Und dann der Täter. Der hatte ja anscheinend auch immense Probleme mit sich und seiner Umwelt – wieso bietet da niemand Hilfe an? Fühlt sich niemand verantwortlich?

Wer seine Täter heute anzeigen möchte, hat wohl schlechte Karten. Die Tatbestände des Mobbings haben Verjährungsfristen von 3-5 Jahren, was es mir z.B. unmöglich macht noch jemanden zur Rechenschaft zu ziehen.

Und so wird es wohl bei den meisten sein. Das Bewusstsein, dass dort etwas unrechtes geschehen ist und welche Folgen das nach sich zieht, kommt häufig erst zur Volljährigkeit – wenn nicht sogar noch später. Und dann wird die eigentliche Tat in den meisten Fällen schon länger zurück liegen.

Ich wüsste auch nicht wie man das bestrafen könnte. (Leider) sind die Täter meistens noch im Kindesalter, vielleicht noch nicht einmal strafmündig. Wie kann man einen Erwachsenen für etwas bestrafen, was er als Kind getan hat? Und wie? Schmerzensgeld, Freiheitsstrafen?

Aber wie auch immer. Wenn ich mir die psychischen Folgen der Opfer ansehe, bin ich ganz klar für harte Strafen.

Hier habe ich übrigens ein nettes Blog über Mobbing in der Schule gefunden. Ich finde die Thematik sehr interessant - und auch irgendwo themenverwand - so dass ich ihn mal mit in mein Blogroll aufnehme.

Dienstag, 16. September 2008

Echt nicht...

An der einen Stelle ärgere ich mich, dass ich so viele Kontakte zu netten Menschen habe schleifen lassen.

Aber da gibt es noch einen Gegenpart zu. Unglaublich dumme, nervende, langweilige und zeitraubende Menschen denen ich meine Aufmerksamkeit schenke, obwohl ich schon lange weiß dass sie mir nichts mehr geben. Dass sie nur nehmen. Dass sie nicht zu mir passen. Die nicht über ihren Tellerrand schauen und in Selbstmitleid vergehen.

Es wird wohl Zeit für einen rundum Umschlag. Liebe MSN und ICQ Leichen – bye bye. Ich brauche euch nicht. Ihr mich nicht. Also was quälen wir uns?

Und es hört nicht auf

Ich habe es hier ja schon mal erwähnt. Und nun schon wieder solche Hammernachrichten.

Einen Monat nach der Hochzeit verstarb der 6-fache Familienvater an Krebs. Ganz plötzlich und innerhalb weniger Wochen.

Ich kann es kaum fassen und wahrscheinlich nicht mal erahnen, was die Familie nun durchmachen muss. Es tut mir unendlich Leid… ich bin sprachlos.

Als nächstes haute mich eine E-Mail eines alten, intimen Freundes um. Er wurde gerade aus dem Krankenhaus entlassen, es hat ihn ziemlich schlimm erwischt.

Und ich habe, dank meines tollen Vermeidungsverhalten und schleifen lassen der Kontakte, nichts mitbekommen.

Ich könnte mir echt in den Hintern treten. Und heulen, weil so vielen lieben Menschen so viel Leid geschieht.

Einkaufswagen

Vorhin beim Zimmermann.

[ein furchtbarer Sonderpostenladen]

Ich habe in meinem Einkaufswagen 2 schöne Tabletts (für 2,49 das Stück), eine Knoblauchpresse (die letzte habe ich irgendwie zerstört) und 2 Bilderrahmen verstaut.

Weil der Gang eng war, habe ich ihn am Ende an die Seite gestellt und die Putzmittel begutachtet. Im Augenwinkel habe ich eine Frau um meinen Wagen herumschleichen sehen. Ich habe sie angesehen – sie hat weggeschaut und ist abgezogen.

Einen Moment später war sie wieder da und hat sich wohl unbeobachtet gefühlt.

Und da! Greift sie sich eins meiner Tabletts und will um die Ecke verschwinden.

Hu? Ich glaub ich spinne.

- Hallo? Das ist m…

Oh, entschuldigung, das wusste ich nicht.

[Wusste sie nicht? Na, klar.]

- Die Tabletts gibt es da vorne, im Regal rechts. [Ich will ja nett sein]

Ja ich weiß. Aber nicht mehr in blau.

Achso… und weil es die da nicht mehr in blau gibt, klaut man einfach aus anderer Leute Einkaufswagen? Manchmal zweifele ich wirklich an der sozialen Kompetenz der Menscheit.

Danach war ich noch beim Aldi.

An der Kasse neben mir stand eine junge Frau, hinter ihr zwei alte Damen.

Alte Frau 1: Wenn die Frau ihren Einkaufswagen weiter vorschieben würde, könnte ich auch meine Sachen aufs Band legen!

Alte Frau 2: Schlimm sowas, oder? Niemand achtet mehr auf den anderen!

Alte Frau 1: Manche machen sowas sogar mit Absicht, das nenne ich mal assozial!

Die junge Frau drehte sich verstört um, sah mich dann hilfesuchend an. Aber was hätte ich sagen sollen? Anlegen wollte ich mich mit den beiden nicht. Hätte wohl auch keinen Sinn gehabt.

Sie schob dann auch ihren Wagen ein Stück nach vorne. Allerdings nicht ohne Kommentar der alten Frau: Na, geht doch!

Wieso macht man aus einer so kleinen Sache, ein so riesiges Problem? Und wieso muss man gleich ausfallend werden? Versteh ich nicht.

Ich finde Aldi ja sowieso ätzend. Aber da solche Sachen da nun schon häufiger in meiner Anwesenheit passiert sind, werde ich den Laden nun noch mehr meiden.